Dienstag, Mai 07, 2013

Das Kanada der First People

Advertorial - Kanadas Geschichte begann bereits lange, bevor die ersten europäischen Siedler eintrafen. Zahlreiche indigene Stämme verleihen dem Land seine reichhaltige und einzigartige Kultur. Kanada entdecken und erleben bedeutet daher auch, die Vergangenheit und Gegenwart der Ureinwohner kennenzulernen.
Unter First People werden drei, von der kanadischen Regierung offiziell anerkannte Gruppen von Ureinwohnern zusammengefasst: First Nations, Inuit und Métis. Allein zur Gruppe der First Nations gehören rund 600 verschiedene Stämme. Zu den Ureinwohnern zählen sich heute circa 1,2 Millionen Angehörige der reichlich 35 Millionen Kanadier. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 3,8 Prozent.

Indigene Gemeinden gibt es im ganzen Land – vom Pazifik bis zum Atlantik. Die Ureinwohner leben dabei nicht nur in ländlichen Reservaten, sondern auch in mittleren und großen Städten. Das Gebiet in und um Vancouver beispielsweise kann eine Urbevölkerung von über 40.000 Menschen aufweisen. Trotzdem lebt die Mehrheit der First People heute immer noch in Reservaten, vor allem die Stämme der First Nations. Etwa 3.000 solcher Stammesländer gibt es, der Großteil befindet sich in der kanadischen Provinz British Columbia.

In- und ausländische Touristen schätzen Kanada vor allem wegen der vielfältigen Outdoor-Angebote: Ski fahren, Klettern, Wandern und Paddeln sind da nur einige Highlights. Im Gegensatz zu Besuchern beispielsweise in Australien ist sich aber meist nur ein kleiner Teil der einmaligen Kultur der indigenen Völker bewusst. Es ist immer noch vor allem der Skitourismus, der die Landrechte und somit die Lebensgrundlage der Ureinwohner gefährdet. Aus diesem Grund wird es für die indigene Bevölkerung immer wichtiger, selber einen Platz im Tourismusgeschehen einzunehmen.

Der sogenannte Ethnotourismus hat in Kanada in den letzten Jahren stetig zugenommen. Tourismusunternehmen wie die Aboriginal Tourism Association of British Columbia geben Ureinwohnern die Chance, ihre kulturelle Vielfalt für nicht-indigene Besucher erlebbar zu machen –  unter ihren eigenen Bedingungen. Die Weitergabe von Informationen und Geschichten unterliegt bei den Ureinwohnern Kanadas strengen Regelungen. Welche Orte sind heilig, welche öffentlich? Welche Geschichten sind tabu und welchen Ritualen dürfen Besucher beiwohnen? Die Teilhabe der First People an solchen Unternehmen, die im Bereich des Ethnotourismus tätig sind, ist daher umso wichtiger. Auch die kanadische Regierung – vor allem das Indian and Inuit Art Centre – ist bestrebt, das kulturelle Erbe der First People zu erhalten.

Donnerstag, April 25, 2013

Wandern in New Brunswick an der Bay of Fundy: der beste Wanderweg ist der Fundy Trail


Ein Wasserfall im Nebel am Fundy Trail
© Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Die Bay of Fundy ist eines der spektakulären Natur-Highlights in Kanadas Atlantikprovinzen. Kein Wunder bei einem Gezeitenunterschied, bei dem sich die gesamte Meeresbucht fast vollständig leert. Zweimal pro Tag läuft die ganze Bucht zwischen New Brunswick und Nova Scotia aus, und der rote Meeresboden liegt offen da, bis die Flut die Wassermassen wieder zurück bringt. Um das wirklich beobachten zu können, braucht man Zeit oder fährt an Stellen, an denen die Natur beeindruckende Zeugen der Kraft des Wassers hinterlassen hat wie an den Hopewell Rocks. Wir sind eine ganze Woche unterwegs vom Westende der Bucht bei St. Andrews-by-the-Sea bis in den Osten der Bucht, wo sie nach Süden hin nach Nova Scotia reicht und nehmen uns Zeit für einen Abstecher zum Fundy Trail, der östlich von St. Martins bis an die Westgrenze des Fundy National Park hin ausgebaut ist. Entlang dieser Strecke können wir entweder mit dem Auto entlang fahren und an immer wieder neuen, spektakulären Ausblicken Halt machen. Wer mehr Zeit hat als wir kann die ganze Strecke oder einen Teil davon wandern oder - im Sommer - mit einem Shuttlebus zurücklegen.

Treppauf - Treppab entlang der Fundy Bay
© Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

Wir haben mit dem Wetter kein großes Glück und können die Ausblicke auf die Bucht mehr erahnen als wir sie sehen, da dichter Nebel die Aussicht verschleiert. Trotzdem halten wir unterwegs an einigen Aussichtspunkten an, um uns einen Eindruck zu verschaffen. Bei der Anlage der Strecke hat man besonderen Wert darauf gelegt, die Natur so wenig wie möglich zu verändern, und so steigen wir über Holztreppen in die Tiefe, die nur auf den Untergrund gelegt wurden. Die Aussicht auf den unter uns plätschernden Wasserfall, der hier über die Klippen in die Tiefe stürzt, ist sogar bei Nebel beeindruckend. Wie schön muss das erst bei Sonnenschein aussehen?

An solchen Stellen wurden die Holzstämme gesammelt © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

Der Wettergott meint's an diesem Tag aber nicht gut mit uns, und so schauen wir uns lieber die Ausstellungen zur Geschichte der Holzfällerei entlang der Strecke an. Einst wurden die Bäume in den umliegenden Wäldern von Männern gefällt, die oft Monate in einfachen Camps entlang der Küste lebten und arbeiteten. Denn zugänglich ist diese Region erst seit kurzer Zeit. Sie führten ein abgeschiedenes und gefährliches Leben. Bei einem Unfall - und die waren nicht selten - waren sie auf sich allein gestellt. Schnelle Hilfe von außen war nicht möglich. Im Herbst wurden die Bäume geschlagen und während der Wintermonate in die Bäche und Flüsse der Region transportiert, kein leichtes Unterfangen, mussten sie doch durch dichten Wald und Busch bis zum Wasser gezogen werden. Wenn dann im Frühjahr das Schmelzwasser die Flüsse anschwellen ließ, begann der wohl gefährlichste Teil der Arbeit: dann nämlich wurden die Holzstämme in den Wasserläufen zur Küste transportiert, wo sie mit Booten abgeholt und zu ihrer Verarbeitung weiter verschifft wurden. Zum Teil wurden die Stämme aber auch bereits vor Ort in Bretter gesägt.

Im Besucherzentrum schauen wir uns einen Film über jene Zeit an, in dem anschaulich gezeigt wird, wie das Leben in den Holzfällercamps aussah. Und wir beschließen, wieder zu kommen bei hoffentlich besserem Wetter, um auch die Landschaft und die Aussichten auf die Bay of Fundy kennenzulernen.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort mit freundlicher Unterstützung der Reise durch Tourism New Brunswick

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

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Mittwoch, April 17, 2013

Newfoundland, Kanada - die Insel der Entdecker


Kein Wunder, dass hier Entdecker eine Rolle spielen, oder? © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Vielleicht liegt es an ihrer Lage, dass die Insel Newfoundland in Kanada eine ganze Reihe von Entdeckern in ihrer Geschichte aufweisen kann. Nicht alle stammen von der Insel, einige haben sie selbst entdeckt. Aber es ist schon auffällig, dass wir immer wieder auf unternehmungslustige und mutige Abenteurer stoßen auf unserer Reise durch Neufundland, die in unbekannte Regionen aufgebrochen sind. Drei davon wollen wir Euch hier vorstellen: Leif Erickson und seine Wikinger, Sir John Guy und Captain Bob Bartlett.

So lebten Leif Erickson und seine Wikinger in L'Anse aux Meadows © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 Die europäischen Entdecker Neufundlands - Leif Erickson und seine Wikinger

Eigentlich müsste eine Neufundland Reise am äußersten Nordostzipfel der Insel beginnen, denn dort setzten die wagemutigen Wikinger erstmals ihre Füße auf kanadischen Boden. Sie waren von Grönland aus aufgebrochen auf der Suche nach neuem Land, in dem sie ihre gewohnte Lebensweise fortsetzen konnten und hatten sich dafür wohl eine der unwirtlichsten Stellen der Insel ausgesucht. Sogar Helge Ingstad, der die Wikingersiedlung von L'Anse aux Meadows entdeckte, tat sich noch schwer mit dem Erreichen des Ortes. Eine Straße gab es in den sechziger Jahren noch nicht in dieses Fischerdorf am Rande der Arktis. Es war ausschließlich per Boot zu erreichen, und Ingstad musste seine Besucher auf dem Rücken von ihrem Boot an Land tragen. Ich frage mich oft, "Wie mag das wohl gewesen sein, als die Wikinger hierher kamen?" Sicher noch viel schwieriger. Jedenfalls errichteten sie eine kleine Siedlung aus Lehmhütten an der stürmischen Nordküste Newfoundlands und richteten sich - wenn auch offenbar nur für ein paar Jahre - zumindest so gut ein, dass sie Eisen schmelzen konnten. Die Eisennägel der Wikinger sind der unschlagbare Beweis, dass sie es gewesen sein müssen, die sich in dieser Ecke Neufundlands niederließen.

Die Landung von Sir John Guy in Cuper's Bay © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

Sir John Guy - Besiedler Neufundlands

Entdecker ist vielleicht nicht das richtige Wort, denn eigentlich hat John Guy die Insel nicht entdeckt. Das war John Cabot. Dieser hatte auf Neufundland jedoch keine bleibenden Spuren hinterlassen. Einige Jahre später - im Jahr 1608 - beschloss John Guy, ein Händler aus Bristol, zusammen mit anderen Mitgliedern der Society of Merchant Venturers, die Insel im Sankt Lorenz Golf zu besiedeln. Er wählte dafür Cuper's Cove aus, das heutige Cupids, etwa eine Stunde nördlich von St. John's an einer geschützten Bucht gelegen. Seit einigen Jahren finden hier Ausgrabungen statt, und im Museum neben der Kirche des Ortes können wir die Fundstücke sehen, die die Archäologen bisher entdeckt haben. John Guy übernahm zwei Jahre lang von 1610 bis 1611 den Posten des Gouverneurs in der kleinen Siedlung, die in dieser Zeit entstand. Er ließ die Gegend auskundschaften, und die 39 Kolonisten legten Äcker an und begannen, Feldfrüchte anzubauen. Heute können wir den Archäologen bei der Arbeit zusehen und uns im Museum über die Geschehnisse in der ältesten Siedlung Kanadas informieren.

Mit diesem Schiff segelte Bob Bartlett in die Arktis © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 Captain Bob Bartlett - Erforscher der Arktis

Robert "Bob" Abram Bartlett wiederum war ein echter Entdecker und Forscher, den die Arktis sein Leben lang faszinierte. Er war Kapitän der Roosevelt und brachte Commander Robert Peary durchs Packeis des gefrorenen Eismeers bis auf etwa 150 Meilen an den Nordpol heran. Obwohl er Peary auf den letzten Meilen zum Nordpol nicht begleitete, war Bartlett ein Held der Arktis. Mehrfach kehrte er dorthin zurück. Einmal rettete er die Männer der unglücklichen Karluk Expedition, deren Leiter sie im Stich ließ, und ging zusammen mit einem Inuit-Begleiter über das Packeis nach Wrangel Island und weiter nach Sibirien. Von Alaska aus startete er eine Rettungsaktion der zurückgelassenen Männer. Und nur wenige Jahre später holte er die Überlebenden der Crocker Land Expedition aus der Arktis, die dort vier Jahre lang im Eis feststeckte. In seinem Elternhaus in Brigus, nur wenige Kilometer von Cupids entfernt, informieren wir uns über seine Geschichte und sein Leben. Der Garten seines Elternhauses sah immer wieder einmal exotische Tiere aus der Arktis, die er mitbrachte, um sie von Fachleuten erforschen zu lassen. Was wohl die Einwohner des Dorfes an der Küste Neufundlands dazu sagten, als plötzlich ein Eisbär im Nachbargarten auftauchte?

Eines jedenfalls wurde uns klar auf unserer Reise durch Neufundland: die Menschen, die hier leben, sind widerstandsfähig und bereit, sich den Elementen zu stellen. Und das müssen sie auch sein, denn das Leben auf "dem Felsen" ist bis heute nicht einfach.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort mit freundlicher Unterstützung der Reise durch Tourism Newfoundland

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

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